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Der teuerste Fehler bei Make-or-Buy-Entscheidungen:

Warum Kosten oft das falsche Entscheidungskriterium sind



Wer nur auf Kosten schaut, entscheidet zu kurz


Die Frage, ob eine IT-Leistung intern erbracht oder extern bezogen werden sollte, begleitet Unternehmen seit Jahrzehnten. In vielen Fällen wird diese Entscheidung jedoch noch immer vor allem anhand eines Kriteriums getroffen: der Kosten.

Auf den ersten Blick erscheint das sinnvoll. Externe Dienstleistungen lassen sich kalkulieren, interne Ressourcen verursachen Personalkosten. Doch moderne IT-Organisationen stehen heute vor deutlich komplexeren Herausforderungen. Cloud-Plattformen, Künstliche Intelligenz und spezialisierte Technologiepartner verändern nicht nur die verfügbaren Lösungen, sondern auch die Rolle der IT selbst.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr: Was ist günstiger? Sondern: Welche Kompetenzen verschaffen unserem Unternehmen langfristig einen Wettbewerbsvorteil?



Warum klassische Make-or-Buy-Entscheidungen häufig scheitern


Viele Unternehmen treffen Make-or-Buy-Entscheidungen isoliert – beispielsweise für einzelne Projekte, Systeme oder Dienstleistungen. Dabei fehlt häufig der strategische Blick auf die langfristige Ausrichtung der IT.

Typische Folgen sind:


  • Strategisch wichtige Kompetenzen werden unbeabsichtigt ausgelagert.

  • Interne Teams beschäftigen sich mit Aufgaben, die keinen direkten Mehrwert für das Unternehmen schaffen.

  • Die Abhängigkeit von einzelnen Dienstleistern wächst, ohne dass klare Steuerungsmechanismen etabliert werden.


Die eigentliche Herausforderung besteht also nicht darin, die günstigste Lösung zu finden, sondern die richtigen Entscheidungen für die Zukunft der eigenen IT zu treffen.



Nicht alles, was wichtig ist, ist strategisch


Ein hilfreicher Ansatz ist die Unterscheidung zwischen Core und Context.

Core beschreibt Kompetenzen, die unmittelbar zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Dazu gehören beispielsweise IT-Strategie, Enterprise Architecture, Governance oder die Steuerung von Daten- und KI-Initiativen. Sie bestimmen, wie sich das Unternehmen technologisch weiterentwickelt und sollten deshalb intern verankert bleiben.

Context umfasst hingegen Leistungen, die zwar notwendig sind, aber keinen direkten Wettbewerbsvorteil schaffen – etwa Infrastruktur, Standardbetrieb oder bestimmte operative Services. Hier können spezialisierte Partner häufig effizienter und wirtschaftlicher arbeiten.

Diese Differenzierung schafft die Grundlage für fundierte Make-or-Buy-Entscheidungen.



Make or Buy ist heute eine strategische Führungsentscheidung


Je stärker Unternehmen digital arbeiten, desto weniger geht es um die Frage, wer eine Leistung erbringt. Entscheidend ist vielmehr, wer die Verantwortung für die Weiterentwicklung der IT trägt.

Make-or-Buy-Entscheidungen sind deshalb keine reinen Beschaffungsentscheidungen mehr. Sie beeinflussen Innovationsfähigkeit, Flexibilität und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.

Wer diese Entscheidungen ausschließlich unter Kostengesichtspunkten trifft, riskiert, genau die Kompetenzen aus der Hand zu geben, die künftig den Unterschied machen.



Fazit


Die eigentliche Stärke moderner IT-Organisationen liegt nicht darin, möglichst viele Aufgaben selbst zu erledigen. Sie liegt darin, strategische Kompetenzen bewusst im Unternehmen zu verankern und operative Leistungen dort einzukaufen, wo externe Spezialisten einen größeren Mehrwert bieten.

Wer Make-or-Buy so versteht, schafft die Grundlage für eine IT, die nicht nur effizient arbeitet, sondern aktiv zur Zukunftsfähigkeit des Unternehmens beiträgt.

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